Kültürspor gewinnt Lokalderby in Horneburg mit 7:4

Es war ein Sieg mit bitterem Nachgeschmack. Einerseits freute sich Emrah Bicakci, Spielertrainer von Kültürspor Datteln, diebisch über den 7:4 (2:1)-Erfolg beim SV Horneburg, andererseits machte er sich Sorgen um seinen Torwart Serkan Sargut. Der war beim Abpfiff schon auf dem Weg ins Krankenhaus. Bericht der Dattelner Morgenpost

Es war die 58. Minute, die nicht nur Bicakci schockierte. Nach einem Abwehrversuch gegen Tobias Guse landete Sargut unglücklich auf dem rechten Fuß und blieb vor Schmerzen schreiend am Boden liegen. Der herbeigerufene Notarzt diagnostizierte einen Innen- und Außenbandriss. Mit dem Rettungswagen wurde Sargut weggebracht.

Zu dem Zeitpunkt hatte Kültürspor den SV Horneburg schon am Boden, denn nur eine Minute zuvor hatte Bicakci das 5:1 für die Türken erzielt. Doch der Reihe nach.

Der Kültürspor-Trainer hatte zuvor befürchtet, dass die dreiwöchige Pause seine Mannschaft auf dem Rhythmus gebracht haben könnte. Davon aber war gar nichts zu sehen. Sein Team war Horneburg in allen Belangen überlegen.

Orhan Karabak, nur halbherzig angegriffen, eröffnete den Torreigen in der 23. Minute. Fünf Minuten später legte Saban Kuruel mit einem direkt verwandelten Freistoß aus 30 Metern nach. In der 31. Minute verkürzte Tobias Guse per Strafstoß – Olivio Patricio Goncalves hatte Isa Gülsen gefoult – auf 1:2. Dabei blieb es bis zur Pause.

Wer gedacht hatte, Horneburg könne die Partie in der zweiten Hälfte noch drehen, sah sich getäuscht. Kültürspor dominierte weiter. Die logische Folge waren die Treffer durch Mahmut Yildirim (50.), Karakabak (52.) und Bicakci (57.) zum 1:5.

Nach Sarguts Ausfall streifte Ahmet Güney das Torwarttrikot über und musste den Ball noch dreimal passieren lassen. Zunächst zum 2:5 durch Guse (65.). Davon ließ sich Kültürspor aber nicht irritieren. Ramazan Karakus (67.) und der eingewechselte Bülent Kirkagac mit einem Lupfer aus 25 Metern über SVH-Schlussmann Dominik Niemeyer hinweg (81.) bauten den Vorsprung auf 2:7 aus. Erst in den letzten drei Minuten konnten Julian Hülshoff und erneut Guse das Ergebnis noch ein bisschen erträglicher gestalten.

„Alles, was wir an taktischen Dingen besprochen haben, hat die Mannschaft heute umgesetzt“, lobte Bicakci nachher, „so stelle ich mir das für die Zukunft vor. Spielerisch haben wir vielleicht nicht die Qualität, aber wir haben Qualität im Denken gezeigt. So kann man auch als Außenseiter bei einer favorisierten Mannschaft bestehen.“ Seinem Horneburger Gegenüber Michael Blum fehlten nahezu die Worte. „Ich habe nichts von dem gesehen, was wir trainiert haben“, kritisierte er, „Emrahs Befürchtung, die Mannschaft könnte nach der Pause aus dem Rhythmus sein, ist bei uns eingetroffen.“

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