Horneburg schafft die Sensation

Horneburgs Vorsitzender Rolf Buddäus hatte vor dem Drittrundenspiel gegen den FC Viktoria Heiden vom „Spiel des Jahres“ für seinen Verein gesprochen, als hätte er geahnt, was kommt: Der B-Ligist schaffte die Sensation und kegelte den Westfalenligisten mit 3:2 (2:1) aus dem Kreispokal. (Bericht der DMP).


Nach dem Spiel wird der 3-fache Torschütze Isa Gülsen gefeiert. Foto: Dirk Hantrop


Und zwar völlig verdient. Natürlich stand die Mannschaft von Trainer Michael Blum tief. Und natürlich hatte sie kein Interesse daran, das Spiel zu gestalten. Aber was die Horneburger kämpferisch und läuferisch abriefen, war groß. Ohne dass diese Leistung dadurch geschmälert wird, muss man auch sagen, dass Heiden an diesem Tag sicherlich kein Verbandsliga-Niveau hatte.

Nur ganz selten kam der Westfalenligist an der um Libero Martin Tegtmeier herum formierten Abwehr vorbei, noch seltener mit spielerischen Mitteln. Einmal gelang das, als Ferdinand Möllmann nach 23 Minuten das 1:0 für die Gäste erzielte. Aber dann brach langsam die Zeit des Isa Gülsen an. Der kleine Horneburger Offensivmann hatte seinen ersten großen Auftritt, als er eine Vorlage von Serif Sahin zum umjubelten Ausgleich verwertete (30.). Und nur fünf Minuten war Gülsen schon wieder zur Stelle. Heidens Torhüter Tobias Schmeing schoss bei einem Klärungsversuch Ilter Kirici an, von dem aus der Ball zu Gülsen gelangte. Und der 29-Jährige behielt auch diesmal die Nerven (35.). Damit war Gülsen aber noch lange nicht fertig. Elf Minuten nach dem Seitenwechsel trat er einen Freistoß von der halbrechten Angriffsseite in den gegnerischen Strafraum. Der Ball segelte an Freund und Feind vorbei in die lange Ecke – 3:1 (55.). Fast hätte der Horneburger noch ein viertes Mal hingelangt, aber seinem Treffer nach 59 Minuten versagte Schiedsrichter Bruno Krause (Datteln) wegen Abseits die Anerkennung.

Und Heiden? War zu diesem Zeitpunkt in Unterzahl, da Torschütze Möllmann kurz vor Gülsens nicht gegebenem Treffer gemeckert und die Rote Karte gesehen hatte (58.). Der Westfalenligist machte auch zu zehnt noch einmal Druck. Das Defizit blieb dasselbe: Richtig gute Einschussmöglichkeiten erspielte sich die Mannschaft von Trainer Harald Katemann zu selten. Zwar verkürzte der eingewechselte Mario Brockmann auf 3:2 (62.), aber symptomatisch für den Auftritt Heidens war eine Szene nach 78 Minuten: Pascal Herzog spielte Ken Kirchhoff einmal frei, aber der Stürmer schoss den Ball weit neben das Tor.

So zitterte Horneburgs Anhang zwar angesichts der Feldüberlegenheit des Westfalenligisten in den Schlussminuten. Aber wenn einmal ein Ball durchkam, dann war da auch noch Torhüter Dominik Niemeyer, der eingriff. Dreifach-Torschütze Isa Gülsen sah in der dritten Minute der Nachspielzeit wegen Ballwegschlagens noch Gelb-Rot, aber kurz darauf ertönte der Abpfiff.

Die Horneburger Spieler bildeten zunächst einen Kreis und riefen „Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin“, um sich kurz darauf völlig zurecht vom Publikum feiern zu lassen. Trainer Blum sagte: „Jetzt wollen wir das genießen. Taktisch haben wir das ganz gut gemacht.“ Und das war zurückhaltend ausgedrückt.

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